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Vorratskammer

Außer der Sattelkammer ergibt sich auch sogleich der Bedarf für eine Vorratskammer. Wobei der Begriff "Kammer" doch recht untertrieben ist, denn für ein paar Pferde braucht man eine ganze Menge Platz für die Lagerung von Heu, Stroh, Hafer, Kraftfutter, Späne, Zusatzfutter, usw. Bei der Planung der Vorratskammer sollte man also nicht zu knapp kalkulieren. Wenn möglich sollte man gleich etwas Zusatz einrechnen, um Decken zu trocknen und zu lagern, Werkzeug abzustellen, etc. Zwingend erforderlich für das Heu- und Strohlager ist die sicher gegebene Regendichtigkeit. Läuft bei jedem stärkeren Regen irgendwo Wasser in das Lager, kann man sich ziemlich schnell mit verschimmelten Ballen herumschlagen. Und dies ist nicht nur für die Pferde gesundheitsschädlich, die das gammelige Futter fressen müssen, auch der Mensch wird über die zwangsläufig eingeatmeten Pilzsporen belastet. Unsere Lagerfläche ist im Prinzip genauso aufgebaut wie die von uns gebauten Boxen. Wenn dies vernünftig gemacht ist, sind diese Konstruktionen regendicht und für die Einlagerung von Futter problemlos geeignet. Wir hatten eine Zeit lang allerdings Probleme an den Anschlußkanten zwischen den gekauften Weideboxen und dem von uns dazugebauten Lager. Irgendwo hat das Wasser dann doch hier und da seinen Weg gefunden. Nachdem wir eine Zeitlang erfolglos versucht hatten dem Problem mit Silikon beizukommen, haben wir dann zur "Keulenlösung" gegriffen. Die komplette Anschlußkante mit einem Eimer Dachbitumen zugekleistert und das Problem war erledigt. Hauptsache das Dach ist dicht, es muss ja nicht superschön aussehen!

Das Feuchtigkeitsproblem hat man aber natürlich nicht nur von oben, sondern auch von unten über den Boden. Wenn möglich legt man das Lager daher mit Waschbetonplatten oder Knochensteinen aus. Damit die eingelagerten Ballen nicht trotzdem von unten Feuchtigkeit ziehen, sollte man diese nicht auf den blanken Boden legen. Stattdessen besorgt man sich bei der nächsten Spedition o. ä. eine Reihe alter Paletten, legt das Lager damit aus und hat damit einen trockenen, von unten belüfteten Boden für Heu und Stroh. Die Einlagerung von Rund- und großen Quaderballen verbietet sich meist aus Platz- und Handhabungsgründen. Man ist daher auf einen Bauern angewiesen, der einem noch kleine HD-Ballen presst, obwohl diese natürlich viel mehr Arbeit machen. In der Regel wird man den Pferden die zuzuteilenden Heumengen rationieren. Es empfiehlt sich daher die Anschaffung einer Heuwaage, mit der man einen Heuballen abwiegen kann.

Das in der Kammer eingelagerte Hafer, Kraft- und Mineralfutter ist ausnahmslos in fest verschließbaren Gefäßen zu lagern, um das Mäuseproblem anzugehen und eine Verschmutzung des Futters zu vermeiden. Außerdem sollte man seine Voratskammer und die Behälter auch so absichern, dass es den Pferden nicht gelingt dort "einzubrechen" und sich unkontrolliert des Futters zu bemächtigen. Zum einen natürlich weil sie sehr neugierig sind, alles nach fressbarem durchsuchen, was nicht niet- und nagelfest ist und man nach einer solchen Durchsuchung einen großen Haufen Dreck und zerstörter Dinge zu beseitigen hat. Zum anderen aber auch für das Wohl der Pferde selber. So manches Pferd, dem es gelang die Futterkammer zu räubern musste dies mit einer schweren Kolik oder gar dem Tod bezahlen.

 Galina plündert die Voratskammer Galina plündert die Voratskammer

Hier sieht man mal den von Pferden hinterlassenen Zustand nach einem unerlaubten Futterkammerbesuch (es wurde bereits etwas aufgeräumt, ursprünglich sah es noch wüster aus, kein Behälter stand mehr aufrecht). Glück im Unglück: Das Kraftfutter befindet sich in der großen Metalbox vor Kopf, ein für Pferde "unknackbarer Safe", so dass hier außer einer großen Menge Chaos und Schweinerei nichts passiert ist...

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This page was last modified on 15/09/2015 from Sabine Brockamp