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Stallungen

Unsere ersten beiden Stallteile waren vorgefertigte, fahrbare Weidehütten. Diese kann man in verschiedenen Ausführungen fertig auf dem Markt kaufen. Die Weidehütten bestehen aus Siebdruckplatten, die in einem verzinkten Stahlrahmen sitzen und damit vernietet sind. Nieten sind halt billiger als Schrauben und schneller verarbeiten lassen sie sich auch. Schrauben wären mir allerdings lieber gewesen. Als Dach ist auf die Hütten ein Trapezblech geschraubt. Mit den Jahren wurden dann die Pferde mehr und man brauchte weitere Fläche zur Lagerung von Heu und Stroh und zusätzliche Pferdeboxen. Wir haben uns dann entschlossen unsere Boxen einfach selbst zu bauen, damit ist man flexibler bei den Abmaßen und der Ausgestaltung der Boxen. Hiermit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, die Selbstbauboxen nehmen es problemlos mit dem Fertigboxen auf. Alles was man für eine Box braucht ist:

  • Eine ausreichende Anzahl von Siebdruckplatten. Die Platten haben ein Standardmaß von 1,25m x 2,50m. Man sollte aus offensichtlichen Gründen die wasserfest verleimte Variante der Platten nehmen. 2,50m ist eine gut brauchbare Höhe für eine Box, so dass man nicht zuviel Verschnitt an den Platten hat. Die Platten sind in verschiedenen Dicken erhältlich, man sollte nicht die ganz dünnen Platten nehmen, aber man braucht sicher auch nicht die massivste Ausführung mit 21mm Dicke o. ä. Die Platten lassen sich Stoß an Stoß einfach und sauber verschrauben, wie man auf folgendem Bild sehen kann.

  • Eine entsprechende Anzahl von Rechteckholzpfählen, natürlich auch 2,50m lang. Wir haben gute Erfahrungen mit einer Kantenlänge von 8 oder 10cm gemacht. Die Pfähle dienen als Pfosten in den Boxenecken und als Zwischen- und Befestigungspfosten an den Stoßstellen der Siebdruckplatten.
  • Die gleiche Anzahl von Einschlagbodenhülsen. Man sollte unbedingt darauf verzichten, die Pfähle direkt in die Erde einzugraben, diese sind dann nach wenigen Jahren durchgefault. Steckt der Pfahl hingegen in einer Bodenhülse, gelangt viel weniger Feuchtigkeit an das Holz und es kann regelmäßig abtrocknen, man erhält eine sehr viel höhere Haltbarkeit.

 

  • Eine weitere Anzahl von Balken, mit denen die Eck- und Zwischenpfosten oben verbunden werden. Die Box erhält so einen stabilen Rahmen. Außerdem werden zusätzlichen Balken genutzt um Querstreben einzuziehen auf denen das Dach zuliegen kommt. Die Querstreben sollten dabei quer zur Richtung der Trapezfaltung des Blechdachs liegen, man erhält auf diese Art ein problemlos begehbares Dach. Bei den oben erwähnten gekauften Weidehütten wird das Dach nur mangelhaft unterstützt, man kann dann nur mit großer Vorsicht oder gar nicht auf dem Dach herumlaufen, was für uns immer sehr lästig ist. Im Herbst landet doch so einiges an Laub auf den Dächern und man muss es immer mal wieder entfernen, weil es sonst die Dachrinnen verstopft, usw.

  • Eine größere Zahl stabiler Blechwinkel. Mit diesen werden die horizontalen und vertikalen Balken verbunden. Die Box bekommt hierdurch weitere Stabilität und unsere Eigenbauten haben bisher so jeden Sturm überstanden.

  • Einen mehr oder minder großer Berg von Schrauben. Es wird zum einen ein Satz kleinerer Schrauben benötigt. Mit diesen werden die Siebdruckplatten an den Balken festgeschraubt (vgl. Bild oben). Zum anderen wird ein Satz größerer Schrauben benötigt, mit denen die Blechwinkel an den Balken verschraubt werden.
  • Ein ausreichend großes Stück Trapezblechdach inkl. zugehöriger Schrauben. Bei den Schrauben handelt es sich um eine speziell für die Verschraubung von Trapezdächern gedachte Ausführung, sog. Spenglerschrauben. Diese besitzen eine fertig angebracht Unterlegscheibe, die mit einer Dichtscheibe versehen ist. Beim Anziehen der Schraube dichtet diese automatisch das Bohrloch im Dach ab, so dass eine regenfeste Konstruktion erreicht wird.
  • Stabile Gummimatten für den Boden der Boxen. Boxen ohne Innenmatten sind praktisch nicht sauber zu halten und auch für die Pferde keine echte Freude.

Aus all diesen Zutaten lässt sich dann mit vertretbarem Aufwand eine stabile Box bauen. Man vergesse die Einplanung einer geringen Dachneigung nicht, so dass Regelwasser zu einer bestimten Seite hin abläuft. Dort kann man dann bei Bedarf eine kleine Dachrinne installieren und das anfallende Regenwasser in Gartenfässern auffangen. Da unsere Offenstallpferde es gewohnt sind, ständig nach Gutdünken in ihre Boxen herein- oder herauslaufen zu können, haben wir auf irgendwelche Boxentüren gleich verzichtet. Wir haben bei den auf der Wetterseite gelegenen Boxen allerdings einen PVC-Streifenvorhang installiert, so dass im Fall von Regen nicht zuviel Feuchtigkeit in die Boxen gerät.

 

So, nachdem unsere Pferde nun eine stabile Bleibe haben, können wir uns dem nächsten Punkt widmen, Reitplatz und Paddocks.

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