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Einzäunung

OK, da ist es nun, mein teuer gepachtetes Stück Land, auf dem mein Offenstall entstehen soll - ja und was nun? Also, 'ne Box für jedes Pferd brauch ich, dazu mehr auf der Folgeseite - Aber vor allem brauche ich einen Zaun um meinen Offenstall, sonst läuft jeder rein und meine Pferde raus! Na dann mal los, wie sieht mein Zaun aus und wo bekomme ich ihn her?

Wir haben recht gute Erfahrung mit kesseldruckimprägniertem Holz gemacht (und recht schlechte mit unimprägniertem) - siehe Bild links. Imprägniertes Holz hält einige (wenige) Jahre durch, ist aber natürlich irgendwann morsch und muss ersetzt. Das hängt aber auch von den Bodenverhältnissen ab, wir haben Sandboden, der recht schnell abtrocknet. Alte Eisenbahnschwellen (Bild rechts) sind natürlich deutlich haltbarer, aber das liegt an den bedenklichen Chemikalien mit denen sie getränkt sind. Es handelt sich also im Prinzip um Sondermüll und die Pferde sollten besser nicht daran herumfressen. Seit einiger Zeit werden auch Massivkunststoffpfähle aus Recyclingmaterial angeboten. Wir überlegen, ob wir testweise mal ein paar von diesen Pfählen verbauen sollen, bisher konnten wir noch keine Erfahrung damit sammeln. Da eine Einzäunung für Pferde mindestens(!) 1,20m hoch sein muss (man riskiert sonst seinen Versicherungsschutz, für Springpferde ist auch 1,20m nicht ausreichend), braucht man Pfosten mit 2m oder sogar 2,50m Länge. Sie sollten auch nicht zu dünn sein, wir nutzen meist welche mit 10cm Durchmesser. Um die Pfosten mit vertretbarem Aufwand gesetzt zu bekommen ist außerdem ein Bohrer unerlässlich. Wenn man auf keinen Traktor mit Pfostensetzer zugreifen kann, lässt sich das auch mit einem Handbohrer und einem Vorschlaghammer gut bewältigen. Die Pfosten haben wir im Abstand von 3m gesetzt.

Die Pfosten haben wir mit zwei oder drei Reihen Halbpalisaden verbunden. Diese sind regulär in 3m Länge erhältlich, auf Bestellung auch in 4m. Man erhält damit einen etwas stabileren Zaun, der außerdem für die Pferde eine optisch massivere Barriere darstellt und der nicht gleich offen ist, weil irgendwo mal etwas durchgebrochen ist. Zusätzlich haben wir den Zaun mit zwei Reihen Elektroband ausgestattet. Wir ziehen das Elektroband Seilen vor, weil dieses auch wieder einen optisch massiveren Eindruck macht. In der Haltbarkeit scheint es keine so großen Unterschiede zu geben, nach ein paar Jahren muss man auch hier mal etwas austauschen, weil die dünnen eingearbeiteten Litzen brechen und der Stromfluss abreißt. Von blanken Drähten als Leiter sollte man hingegen absehen, Pferde können sie sehr schlecht sehen und wenn sie sich darin verheddern, drohen schwere Verletzungen! Stacheldraht oder ähnliches ist wegen des Verletzungsrisikos seit längerem eh nicht mehr zulässig. An einigen Stellen unseres Zauns haben wir ein zusätzliches drittes Elektroband sehr tief unten gezogen. Und zwar nicht wegen der Pferde, sondern um freilaufende Hunde und Wildschweine aus unserer Koppel fernzuhalten, leider immer mal wieder ein Problem.

In unserem Stall gibt es keinen Netzstrom, wir sind also auf Alternativlösungen angewiesen. Viele Jahre haben wir kleine Weidezaungeräte mit 9V Trockenbatterie genutzt. Diese haben allerdings nur eine sehr geringen Schlagleistung und da mit der Zeit die von uns verbaute Zaunleitungslänge immer weiter zugenommen hat, musste irgendwann etwas stärkeres her. Ein Weidezaungerät mit einem 12V Bleiakkumulator liefert eine deutlich höhere Schlagleistung, muss allerdings auch deutlich häufiger an die Ladestation. Man muss unbedingt aufpassen, dass die Batterie immer geladen wird bevor die Spannung unter die Tiefentladeschwelle von 12,1V fällt. Ein tiefentladener Bleiakkumulator wird dauerhaft geschädigt und geht kaputt. Die besseren Geräte schalten präventiv automatisch ab, bevor der Akku tiefentladen wird. Eine solche Schutzschaltung empfiehlt sich daher. Wenn man bedenkt, dass eine 9V Trockenbatterie je nach Kapazität zwischen 30 und 40€ kostet, dann hat sich ein 12V-Gerät nach nur wenigen Ladezyklen bereits amortisiert.

So ausgestattet hat man eine brauch- aber noch bezahlbare Umzäunung für seinen Offenstall geschaffen, der erste Schritt für den Bau des eigenen Offenstalls. Weiter geht's mit den Stallungen.

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This page was last modified on 19/01/2015 from Sabine Brockamp