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Einstreu, Mist & Co.

Einstreu und Mist ist ein Thema um das der Offenstallbesitzer wohl oder übel nicht herumkommt, schließlich muss der eigene Stall ja saubergehalten werden. Dies dient nicht nur der Sauberkeit im Stall, sondern auch der Gesundheit seiner Bewohner. Viele Pferde haben vor allem deswegen schlechte Hufe, weil sie zuviel in schlecht gemisteten Boxen im Mist stehen müssen. Und viele Pferde haben aus gleichem Grund Atemwegsprobleme. Mist fängt recht schnell an sich zu zersetzen. Dabei entsteht unter anderem Ammoniak, ein giftiges, aggressives, stechend riechendes Gas. Jeder der schonmal einen schlecht gelüfteten Stall betreten hat, kennt den charakteristischen Geruch. Zusammen mit Wasser wirkt Ammoniak basisch, die entstehende Lauge greift das Hornmaterial der Hufe an, genauso wie das Ammoniakgas die Atemorgane belastet. Aus diesem Grund ist die früher oft genutzte und auch heute teilweise noch propagierte "Matrazeneinstreu" als ziemlich katastrophal zu bewerten. Man tut seinem Pferd damit sicher keinen Gefallen! Wir können nur empfehlen die Boxen täglich und gründlich zu reinigen. Von unseren Pferde hat kein einziges Probleme mit Mauke oder schlechten Hufen, alle Pferde können völlig problemlos barhuf laufen.

Was soll man nun einstreuen? Wir verwenden teilweise ganz klassisch Stroh, zum Teil aber auch Hobelspäne, die Urin natürlich besser aufsaugt. Seit einiger Zeit haben wir aber begonnen Leinenstroh einzustreuen, mit für uns teilweise doch sehr überraschenden Ergebnissen. Leinenstroh bekommt man in 20kg Gebinden. Das Stroh selbst sieht nicht aus wie normales Stroh, sondern eher wie kleingehäckselte Streichhölzer. Leinenstroh ist sehr saugfähig, wodurch die Ammoniakbildung sehr stark unterdrückt wird. Denn obwohl wir unsere Boxen täglich säubern, fängt bereits in der kurzen Zwischenzeit die Ammoniakbildung an. Seit wir jedoch Leinenstroh einsetzen, ist dieser Effekt deutlich verringert bis fast nicht mehr vorhanden, wie wir sehr angenehm überrascht feststellen durften.

Wohin nun also mit dem täglich aus den Boxen entfernten Mist? Früher haben wir das draußen einfach auf einen Haufen gekippt und alle paar Wochen hat unser Bauer das Zeug auf den Acker gefahren. Bis uns dann die untere Naturschutzbehörde dies untersagt hat. Seitdem müssen wir - da wir keinen Misthaufen mit einer richtigen Mistplatte haben und daher Flüssigkeiten in den Untergrund sickern können - unseren Mist auf einen Wagen fahren, der dann vom Bauern wöchentlich auf den Acker gefahren wird. Ähnliches dürfte jedem Offenstallbesitzer drohen, der keinen richtigen Misthaufen vorweisen kann oder der seinen Stall zu dicht an einem Gewässer stehen hat. Von daher empfiehlt sich bei der Planung des eigenen Stalls rechtzeitig den Sachverhalt bzgl. Mistbeseitigung zu klären, denn ein Stall ohne Misthaufen hält sicher nicht sonderlich lange durch...

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